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SMC-B - Security Module Card Typ B

Die SMC-B (Institutionskarte) identifiziert eine Einrichtung (Praxis, Apotheke, Krankenhaus) in der Telematikinfrastruktur. Sie ist das Gegenstück zum HBA (Heilberufsausweis), der einzelne Personen identifiziert.

Erklärt für Einsteiger

Jede Arztpraxis oder Apotheke braucht eine Art “Ausweis” für das Gesundheitsnetz. So wie du deine eGK hast, hat die Praxis die SMC-B. Damit beweist die Praxis: “Wir sind eine echte, zugelassene Einrichtung.” Ohne diese Karte kann die Praxis keine sicheren Nachrichten verschicken, keine Rezepte signieren und nicht an der TI teilnehmen.

Überblick

Die SMC-B ist die institutionelle Identitätskarte der Telematikinfrastruktur. Jede Einrichtung, die an der TI teilnimmt, benötigt eine SMC-B. Das betrifft Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere Leistungserbringer.

Die Karte wird von der gematik herausgegeben. Sie enthält kryptografische Schlüsselpaare und X.509-Zertifikate, die die Einrichtung gegenüber den TI-Diensten authentisieren. Ohne eine gültige SMC-B kann keine der zentralen TI-Anwendungen genutzt werden: weder E-Rezept, noch KIM, noch ePA.

Im Gegensatz zum HBA, der an eine Einzelperson gebunden ist und eine qualifizierte elektronische Signatur ermöglicht, dient die SMC-B ausschließlich der Identifikation der Institution. Sie steckt dauerhaft im Kartenterminal des Konnektors und muss nicht für jede Transaktion manuell bedient werden.

Funktionen

  • Authentisierung der Einrichtung gegenüber der TI
  • Signatur-Erstellung für KIM-Nachrichten
  • Zugriff auf die ePA im Kontext der Einrichtung
  • Ver- und Entschlüsselung

Technische Details

  • Smartcard mit kryptografischem Prozessor
  • X.509-Zertifikate der TI-PKI
  • RSA- und ECC-Schlüsselpaare
  • Wird im Kartenterminal gesteckt, das vom Konnektor verwaltet wird
  • Gerätespezifisches Sicherheitsmodul (weniger mechanische Belastung als eGK)

Zertifikate

  • C.HCI.AUT: Authentisierungszertifikat
  • C.HCI.ENC: Verschlüsselungszertifikat
  • C.HCI.OSIG: Organisationssignatur

Kartengenerationen und ECC-Migration

Die aktuelle Pflichtgeneration ist die G2.1. Sie unterstützt ECC-basierte Schlüsselpaare und entspricht den aktuellen kryptografischen Anforderungen der TI-PKI.

Die Vorgängergeneration G2.0 unterstützte ausschließlich RSA. Im Rahmen der ECC-Migration müssen Einrichtungen, die noch eine SMC-B G2.0 betreiben, diese bis zum 30. Juni 2026 durch eine ECC-fähige G2.1 ersetzen. Ab diesem Datum verliert die RSA-only-Generation den TI-Zugang. Ab 1. Januar 2026 dürfen Kartenherausgeber nur noch ECC-fähige SMC-B-Karten produzieren.

HSM-B: Digitale Nachfolgetechnologie

Neben der physischen SMC-B-Karte entwickelt die gematik das HSM-B (Hardware Security Module Typ B) als Pilotprojekt für eine kartenlose institutionelle Identität. Beim HSM-B wird die digitale Institutionsidentität direkt im Highspeed-Konnektor (HSK) gespeichert, anstatt auf einer physischen Karte zu liegen.

Im März 2026 startete die gematik einen Friendly-User-Test mit dem HSM-B. Beteiligte Partner sind RHÖN-KLINIKUM, D-Trust, DKTIG und RISE. Vorteile des HSM-B gegenüber der physischen SMC-B:

  • Keine physischen Kartenterminals für die institutionelle Authentisierung notwendig
  • Keine PIN-Eingabe erforderlich
  • Mobile Szenarien (z.B. Hausbesuche) werden erleichtert
  • HSK kann HSM-B und SMC-B parallel betreiben, was eine schrittweise Migration ermöglicht

Verknüpfungen

Quellen